Rundwanderung Hohnekamm bei Drei Annen Hohne

 

Notice: To all non-german speaking of you; I write the trip-reports done in Germany in german but all upcoming international trip-reports will be written in english.

 

Zum Ende des Sommers, als es nicht mehr so arg warm war, hatte ich Lust mal wieder die Wanderung am Hohnekamm zu den Leistenklippen zu gehen, die Aussicht zu genießen und ein paar neue Fototechniken auszuprobieren. Am Startpunkt der Wanderung, am Parkplatz bei Drei Anne Hohne angekommen, genoss ich ersteinmal die frische Luft und den Duft der Wälder. Nach ein paar Wochen in der Stadt kommt mir das immer besonders intensiv vor. Die kühle und klare Spätsommerluft fühlt sich gegen den Smog in der Stadt irgendwie richtig erfrischend an. Endlich wieder draussen!

 

Nicht weit vom Parkplatz führt ein Weg entlang des Zillierbachs etwa 5km bis hin zur Zillierbachtalsperre. Da ich zuvor in einer Fotocommunity einige interessante Fotos dieser Location gesehen hatte, wollte ich das Gebiet mal selbst unter die Lupe nehmen. Ich bin also erst  die ca. 10km vom Parkplatz Drei Annen Hohne bis zur Talsperre und wieder zurück gewandert, jedoch ohne auch nur einmal die Kamera ausgepackt zu haben. Das Gebiet war fotografisch gesehen eher schwierig und der Zillierbach führte, trotz vieler Regentage zuvor, noch zu wenig Wasser.

 

Na einer halben Stunde Pause und einer Stärkung ging es dann vom Parkplatz aus in die andere Richtung, hinauf zum Hohnekamm. Es war bereits später Nachmittag, doch ich lag genau im Zeitplan. Für die ca. 11km lange Rundwanderung um den Hohnekamm sind ca. drei Stunden einzuplanen (ohne Pausen). Ich wollte mindestens eine Stunde vor Sonnenuntergang oben auf der Klippe sein, mir eine geeigente Bildkomposition suchen und dort Sonnenuntergangsfotos machen. Auf gehts!

 

 

Foto: Aufstieg Hohnekamm

 

 

Die ca. 400 Höhenmeter zwischen dem Parkplatz Drei Annen Hohne bis hinauf zur Leistenklippe sind zwar mit einigen Anstrengungen verbunden, aber nicht wirklich schwierig und somit für praktisch jedermann zu schaffen. In meinem Wanderführer stand "... sanfter Anstieg zu Beginn". Ich konnte mich noch erinnern, dass mir der Anfang der Wanderung schon, als ich sie vor ein paar Jahren zum ersten Mal mit meinem Vater zusammen gegangen bin, nicht so sehr sanft vorkam. Und ich sollte mich richtig erinnern. Auch diesmal kam ich, wahrscheinlich nicht zuletzt wegen der 15kg Ausrüstung und weil ich einfach oft zu schnell gehe, ins Schwitzen.

 

 

 

Foto: Wegweiser Glashüttenweg

 

 

Nachdem man vom Parkplatz gestartet ist, geht es über einen Schotterweg hinauf, die erste Biegung nach links, kurz danach nach rechts, den Forstweg hinauf. Im Wanderführer sind immer widersprüchliche Angaben zu lesen wie "grüner Pfeil hier, roter Strich oder rote Scheibe dort", was nicht immer mit den Gegebenheiten vor Ort übereinstimmt. Eigentlich braucht man aber nur den Pfeilen und Wegweisern entlang der Route folgen. Da sind alle möglichen Ziele ausgeschildert.

 

Nach einer Weile kommt man zu diesem Wegweiser (Bild oben) am Glashüttenweg. Hier kann man sich entscheiden in welcher Richtung man den Rundweg begehen möchte. Ich empfehle hier nach links entlang des Trudensteins zu gehen. Ich hab zwar den Aufstieg, in der anderen Richtung am Beerensteig noch nie gemacht, aber der ist definitiv alles andere als "sanft". Den gehe ich lieber am Ende der Wanderung bergab.

 

 

 

Foto: Trudenstein Harz

 

 

Nachdem man also nach links Richtung Trudenstein weitergewandert ist, kommt nach einigen weiteren Höhenmetern der Trudenstein in Sicht. Durch eine Bank und ein großes Schild kann man eigentlich unmöglich daran vorbei laufen.

 

 

Foto: Trudenstein Leiter

 

 

Für alle die schwindelfrei sind, ist zu empfehlen mal über die Leitern zum Trudenstein aufzusteigen. Der Ausblick lohnt sich.

 

 

Foto: Trudenstein Leiter

 

 

Es sind nur ein paar Höhenmeter und durch die Leitern ist der Aufstieg recht einfach. Ganz ungefährlich ist es auf dem Trudenstein dennoch nicht. Auf dem Mittelteil ist Vorsicht geboten, hier besteht die Gefahr, beim Genießen der Aussicht einen falschen Schritt zu machen und in eine Felsspalte zu rutschen.

 

 

 

Foto: Aussicht Trudenstein

 

 

Diese Aussicht vom Trudenstein lädt zum Verweilen ein. Genau das habe ich nach dem Anstieg und den mittleren Anstrenungen bis dahin dann auch gemacht und mich dort eine Weile ausgeruht, was getrunken und einfach mal die Aussicht genossen.
(Am Trudenstein besteht die Möglichkeit eine Variante der Wanderung zu begehen. Man kann hier direkt rechts hinauf steigen (recht steil) und oben an weiteren Klippen einen Weg entlang bis zur Leistenklippe gehen.)

 

 

 

Foto: Waldwanderweg Harz

 

 

Auf der normalen Route geht es dann relativ unspektakulär weiter über den Waldweg ca. einen Kilomenter bis zur nächsten Gabelung (Spinne). Kurz vorher kommt man über eine kleine Brücke und quert die Wormke, die einen schon ein Weile am Wegrand begleitet hat.

 

 

 

Foto: Brücke über die Wormke

 

 

An der Weggabelung geht es dann rechts weiter hinauf, bis zu einer Bank, an der dann wieder die Leistenklippe nach rechts ausgeschildert ist.

 

 

 

Foto: Aufstieg zur Leistenklippe, Harz

 

 

Nachdem Rechtsschwenk an besagter Bank geht es weiter hinauf, über ziemlich felsiges Gelände bis man zu einem Holzsteg kommt. Der Steg führt entlang einiger schöner Wiesen und über eine Moor artige Landschaft vorbei an Nadelbäumen. Auf solchen urigen Streckenabschnitten durch den Wald, wenn ausser ein paar natürlichen Umgebungsgeräuschen wie Vogelgezwitscher, das Rascheln vom Wind in den Bäumen und das Plätschern eines entfernten Baches weit und breit nichts zu hören ist, fühle ich mich wie in der Zeit zurückversetzt. Als würde ich durch einen mittelalterlichen Wald laufen, als es noch keine befestigten Straßen gab und rauere Zeiten herrschten, ohne Smartphones, Hightech Wanderschuhe, Nanotech-Outdoorkleidung und was nicht alles.

 

 

 

Foto: Holzsteg Harz

 

 

Oben angekommen öffnet sich der Nadelwald und mischt sich mit Laubbäumen. Noch ein kleines Stück weiter über den Steg und man ist oben am Hohnekamm angekommen.

 

 

 

Foto: Holzsteg Leistenklippe

 

 

Auf dem Hohnekamm selbst sind es nur schmale Pfade, die durch den dichten Waldwuchs führen.

 

 

 

Foto: Wanderweg Hohnekamm

 

 

Nachdem der Steg wieder einem "normalen" Wanderweg gewichen ist, geht es weiter durch den Wald und an den folgenden zwei Weggabelungen wieder einfach der Beschilderung zur Leistenklippe folgen. Zum eigentlichen Aufstieg zur Leistenklippe biegt der Weg dann wieder nach rechts ab. Der letzte Teil des Anstiegs führt über große Steine und Leitern bis zum Gipfel der Leistenklippe.

 

 

 

Foto: Leiter Leistenklippe

 

 

Ganz oben angekommen auf etwa 900m über Nn, kann man sich über eine weite 360° Aussicht über den Brocken, Wenigerode, Elbingerode, Königshütte und den Wurmberg freuen.

 

 

 

Foto: Aussicht Leistenklippe

 

 

Nachdem ich oben angekommen war, hab ich erst einmal den schweren Rucksack abgesetzt und dann die schöne Aussicht genossen. Schön war auch alleine dort oben zu sein, ohne andere Wanderer oder Touristen. So konnte ich erstmal in Ruhe ankommen und mich mit dem Platz vertraut machen und ihn auf mich wirken lassen. Zur Stärkung gab es ein kleines Abendessen auf dem Gipfel und dann habe ich angefangen über mögliche Bildkompositionen für den Sonnenuntergang nachzudenken und schon mal ein paar Testbilder gemacht.

 

 

 

Foto: Leistenklippe Wenigerode

 

 

Wenn man solche Orte nur für sich hat, ohne das man von anderen Menschen und deren Gespächen usw. abgelenkt wird, ist das Erlebnis immer viel intensiver und prägt sich bei mir viel mehr ein. Dann ist es ruhig und man hat Zeit und Raum zum Denken und Genießen.

 

Auf dem Bild oben ist im Vordergrund ein Teil der Leistenklippe zu sehen und im Tal im Hintergrund liegt die Stadt Wernigerode. Bis zum Horizont erstrecken sich dann die typischen kultivierten Landschaftszüge der Region, gespickt mit unzähligen Windkrafträdern.

 

 

 

 

Das Gegenlichtbild "Illumination" ist praktisch das Bild dieser Wanderung. Man sieht die Leistenklippe und den bewaldeten Hohnekamm im Vordergrund sowie der Brocken mit der untergehenden Sonne im Hintergrund des Bildes. Um das Bild so aufzunehmen und den Dynamikumfang des Lichts einzufangen waren mehrere Belichtungen mit unterschiedlichen Verschlusszeiten sowie einer Belichtung mit Blende F/22 für den Sonnenstern und einige für den Vordergrund, komplett ohne Sonne (damit keine sog. Lensflares im Bild sind) nötig. Die verschiedenen Bilder wurden dann in Adobe Camera RAW entwickelt und in Photoshop manuell zusammen geblendet.

 

Nachdem ich dann über zwei Stunden dort oben im kräftigen Wind verbracht hatte und sich mittlerweile alle Wolken ringsum aufgelöst hatten, entschied ich doch vor dem eigentlichen Sonnenuntergang den Abstieg anzugehen. Ein weiterer Punkt war, dass ich mich nicht mehr genau an den Rückweg erinnern konnte, aber noch wusste, dass der Beerenstieg recht steil war. Ich hatte die Strecke noch grob vom letzen Mal im Kopf, wollte aber auch nicht unbedingt das Risiko eingehen im dunkeln irgendwo einen falschen Abzweig zu nehmen und einen unnötig langen Umweg zu laufen. Ich versuche jetzt zwar immer eine Karte mitzunehmen, anders als bei dieser alpinen Wanderung in der Schweiz, aber will sie generell eigentlich nur im Notfall benutzen. Ich schaue mir den Streckenverlauf vorher ziemlich genau an und laufe dann praktisch frei aus dem Gedächnis mit Abstechern und Varianten, wenn ich gerad Lust dazu habe, ohne mich zwanghaft an eine genaue Wanderroute zu halten. Wo bleibt sonst das Erkunden und ein klein bisschen Abenteuer bei der ganzen Sache. :)

 

 

Foto: Holzhütte Leistenklippe

 

 

Dann gings es also auf den Rückweg zum Parkplatz. Vom Aussichtspunkt der Leistenklippe kann man schon in nord-westlicher Richtung diese Hütte durch die Bäume erkennen. Dort beginnt bzw. endet der Beerenstieg. Um dorthin zu kommen muss man den gleichen Weg bis zum Fuss der Leistenklippe zurückgehen und dann an einer Box, wo man sich so einen Wanderstempel abholen kann, geht es einfach weiter geradeaus bis man kurz vor der Hütte rauskommt. Da ist der Beerenstieg auch wieder ausgeschildert. Jetzt gehts bergab.

 

 

Foto: Abstieg Hohnekamm

 

 

Nachdem teilweise recht steilem Beerenstieg geht es unten wieder nach rechts und dann weiter auf solchen flacheren Waldwegen wie im Bild oben entlang. Der Weg geht vorbei an vielen Jagdständen und Wildblumenwiesen. Teilweise ergibt sich links nocheinmal ein Ausblick über verschiedene kleinere Klippen bis nach Wernigerode hin. Diesen Weg einfach immer weiter geradeaus folgen, bis man wieder zur Ausgangskreuzung und dem Schild im Bild unten kommt.

 

 

Foto: Wegweiser Leistenklippe

 

 

Das ist die Stelle, wo man sich einige Stunden vorher für eine Richtung entschieden hat. Da geht es dann den schon bekannten Forstweg wieder hinunter bis zum Parkplatz.

 

 

 

Foto: Abstieg Drei Annen Hohne

 

Als ich vom Hohnekamm wieder durch den Wald runter gelaufen bin, war ich doch froh mich schon vor Sonnenuntergang wieder auf den Rückweg gemacht zu haben. Die Sonne ging im Nordwesten, praktisch "hinter" mir und dem Brocken und Hohnekamm unter, sodass es auf dieser Seite im Wald schon recht dunkel war. Ich hatte zwar eine Kopflampe dabei, aber so war das Laufen einfach um einiges einfacher und angenehmer. Nach etwas über fünf Stunden bin ich dann wieder zufrieden, mit einigen schönen Erinnerungen und Fotos im Gepäck und dem angenehmen Duft eines Spätsommerabends in der Nase, unten am Auto angekommen.

 

 

Alle Bilder vom Harz ansehen.





Published 3 years and 10 months ago by Dave

 



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